Forschungsstelle Geschlechterforschung


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Zukunftsdiskurse

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist für das gesellschaftliche Zusammenleben zentral. Die Kategorie Geschlecht betrifft jede und jeden. Nahezu in jeder Lebenslage wird, bewusst oder unbewusst, das Gegenüber und die eigene Person geschlechtlich wahrgenommen und adressiert.

Hinzu kommt, dass derzeit gleichzeitig viele widersprüchliche Entwicklungen parallel zu beobachten sind. Formaler Gleichstellung stehen weiter andauernde Ungleichheitsverhältnisse auf der Grundlage von Geschlechterhierarchien und Geschlechterunterscheidungen gegenüber, so etwa beim Gender Pay Gap, der Verteilung von Care-Arbeit oder der Situation von Trans* oder Inter*Menschen.

Das Erstarken von Tendenzen, die Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungsmaßnahmen ablehnend gegenüberstehen, macht eine Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen umso notwendiger. Wissenschaft kommt hierbei die Aufgabe zu, mit ihrer Forschung Impulse zu setzen für eine zukunftsfähige – und damit auch geschlechtergerechte – Gesellschaft. Die Zukunftsdiskurse bieten einen Rahmen für eine sachlich geführte und transparente Debatte, die unterschiedliche Positionen zulässt und den fachlichen Austausch und kritische Reflexionen fördert.

Um die Gegenwart verstehen und die Zukunft verändern zu können, gilt es auch, das Verständnis dafür zu schaffen, warum wir heute noch immer in einer geschlechterungerechten Welt leben, welche Traditionslinien sich als dauerhafte Normen und Werte in die Gesellschaft eingeschrieben haben und wie die Generationen vor uns damit umgegangen sind.

Ziel des Projektes ist es, mit der Frage nach der Zukunft von Geschlechtergleichheit zu einer differenzierteren Auseinandersetzung mit den aktuellen Ungleichzeitigkeiten von zunehmender Gleichstellung einerseits und anhaltenden Ungleichheitsverhältnissen sowie Angriffen auf bestehende Errungenschaften andererseits beizutragen.

Darauf aufbauend sollen Konzepte und Strategien entwickelt werden, die wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen und Ansätze für ein künftiges geschlechtergerechteres Zusammenleben skizzieren.

Dazu sind fünf Veranstaltungen geplant: Nach einer Auftaktveranstaltung mit Keynotes und Diskussion widmen sich in drei interdisziplinären „Debatten“ Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis jeweils einer zentralen gesellschaftlichen Frage: Debatte # 1: „Bildung und Geschlecht"; Debatte # 2: „Flucht & Geschlecht“; Debatte # 3: „Gleichstellung vs. Diversität“. Eine Tagung greift zum Abschluss den Diskussionsstand aus den Debatten aus wissenschaftlicher Perspektive auf und stellt drauf basierende Zukunftsstrategien für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft vor.